Ein (nicht ganz) üblicher Coaching Prozess

 

Der Beginn..

Über ein Kollegin bekam ich Kontakt zu Herrn M. Herr M war als Zeilhaber in ein mittelständisches Unternehmen mit 2 weiteren Teilhabern eingetreten. Er war zu dieser Zeit schon ein auf seinem Fachgebiet bekannter Wissenschaftler. Schon im ersten Jahr wurde deutlich, dass sich die Teilhaber aufgrund ihrer sehr verschiedenen Individualität nicht immer gut verstanden. Bald kam es zu scheinbar unüberbrückbaren Schwierigkeiten.

In der Beratung galt es zunächst die Hürde des "entweder - oder" zu überwinden. Das Interesse von Herrn M. war nicht, wieder aus der Firma auszusteigen. Es war ihm klar, dass er im Bereich des Management noch wenig Erfahrung hatte und in seinem Unternehmen durch sein Spezialgebiet sehr profitieren konnte. Es ging also nicht um das "entweder schwenken die Anderen auf meine inhaltliche Linie ein - oder ich muss das Unternehmen wieder verlassen".
Durch die Klarheit der Ziele ("ich will, dass es hier funktioniert... und bin bereit auch mich zu ändern, bzw. in Frage zu stellen..."). Als größte Herausforderung sah Herr M. den Firmengründer A., eine klassische Führungspersönlichkeit, voller Dynamik und Ideen, aber auch mit dem Anspruch als "Leitwolf" zu fungieren.

Erweiterung...

Innerhalb des individuellen Coachinp Prozesse kam es zu einer Erweiterung des Auftrags, so dass, in Zusammenarbeit mit einem weiteren externen Berater, einige Treffen mit allen Eigentümern folgten, bei denen mit Hilfe einer Enneagramm Analyse der unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen die extreme Unterschiedlichkeit der Partner herausgearbeitet werden konnte. In den Workshops konnte eine grosse Offenheit zwischen den Partnern erreicht werden, die zu einigen strukturellen Veränderungen im Unternehmen führten und Herrn M. sehr befriedigte. Zielführend war dabei die - gemeinsame - Erkenntnis, dass Unterschiedlichkeit, dann eine Stärke ist, wenn sich die Beteiligten in ihrer Individualität respektieren können. Persönlichkeit baut - wie auch Kultur - auf grundlegenden Strategien auf, wie der Welt, die wahrgenommen wird zu begegnen ist. Daraus ergeben sich kulturelle und individuelle "Glaubenssätze", wie diese Welt ausserhalb der "eigenen vier Wände" funktioniert.

Zurück zum persönlichen Coaching...

Herr M. konnte sich seit der Einigung mit seinen Partnern seinem inhaltlichen Spezialgebiet weiter widmen und war schon bald auch ein international gefragter Referent auf seinem Gebiet. Im dann nur noch sporadischen Coaching brach ein neues Ziel auf: Trotz seiner fachlichen Qualifikation gab es andere Kollegen mit intenationalem Ruf, die "auf der Bühne besser waren". Durch das bestehende Netzwerk konnte dieses Ziel abgedeckt werden. Mit Hilfe einer Schauspiellehrerin gelang es die "Bühnenperformance" so zu steigern, dass auch Kollegen ein entsprechendes Feedback gaben.

Heute...

geht Herr M. trotzdem mit einem neuen Partner eigene Wege. Wachstumsprozesse fordern manchmal einen Neuanfang. Aufgrund der gemeinsamen Erfahrung konnte die aus verschiedenen Gründen erforderliche Trennung innerhalb des alten Unternehmens aber ohne "kriegerische Auseinandersetzungen" und ohne grosse Schwierikeiten für das Personal abgewickelt werden.

 

bei der nachfolgenden Beschreibung aus der Praxis sind verständlicherweise weder die richtigen Namen noch Orte genannt. Die "Geschichte" ist aus mehreren Coaching Prozessen "zusammengesetzt" und hat sich in ihrer Gesamtheit so nicht ereignet - macht aber Stufen und Möglichkeiten eines Prozesses sichtbar..

Er zeigt exemplarisch, dass sich aus einem individuellen Prozess auch tiefgreifende Veränderungen in einem Unternehmen ergeben können.

.. Er zeigt aber auch, dass aufgrund bestehender Realitäten auch manchmal Konsequenzen notwendig sind...